Eintrag Nr. 1451

„Wer sich nicht [gegen Covid-19] impfen lässt, wird auf der Intensivstation enden und über die Pathologie nach Hause gehen.“

„ [...] Für den Wissenschafter stellen die Covid-19-Vakzine einen enormen Fortschritt dar: "Ich glaube, die Impfstoffe, die es heute gibt, sind die bestuntersuchten Medikamente." Wo hätte man schon Arzneimittel mit "einer Milliarde Probanden". Bei dem seit 1962 auf dem Markt befindlichen Antibiotikum Ciprofloxacin käme man jetzt, nach 60 Jahren, auf potenzielle Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit von eins zu drei Millionen Anwendungen. Da seien die Beobachtungsmöglichkeiten bei Milliarden Anwendungen in Sachen Covid-19-Vakzine binnen kürzester Zeit viel, viel besser in der Lage, auch extrem seltene potenzielle Nebenwirkungen zu bemerken.

Woran es laut Thalhammer hingegen krankt: "Wir haben zu wenig Eigenverantwortung. Dagegen sollte man 'immunisieren'." Die österreichischen Empfehlungen seien glasklar. Der Infektiologe: "Wir sprechen von einer Grundimmunisierung mit drei Teilimpfungen. Eine Infektion ist eine immunologisches Ereignis, zählt aber nicht zur Impfung. Der 'vierte Stich' ist für alle Altersgruppen ab dem fünften Lebensjahr ganz klar empfohlen." Die Wirksamkeit sei mit 95 Prozent extrem hoch. "Neben der Grippeimpfung ist die Covid-Impfung 'Kaiser'." Die Influenza-Vakzine schützten nur zu 50 bis 60 Prozent.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe verschiedener Covid-19-Vakzine: mRNA-Impfstoffe (Pfizer/BioNTech, Moderna), Vektor-Impfstoffe (AstraZeneca), Protein-basierte (Novavax) - zuletzt wurde auch ein Ganzvirus-Totimpfstoff (Valneva) in der EU zugelassen. Es gibt also bereits große Auswahl. Das ist aber nicht das Ende. Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin der AGES-Medizinmarktaufsicht: "Es werden weiter Impfstoffe entwickelt und zugelassen. Es ist ein Segen, dass wir diese Impfstoffe haben. Jeder sollte sich den 'vierten Stich' holen."

Eigenverantwortung

Wichtig ist eine objektive Beratung vor allem durch die Hausärzte. Die Frage des Impfens gegen Covid-19 sollte aber auch nicht die gesamte Arzt-Patienten-Beziehung stören, erklärte Erwin Rebhandl, Begründer einer Primärversorgungseinheit in Oberösterreich: "Wir sagen 'Es ist nicht unsere Entscheidung, ob Du dich impfen lässt. Es ist Deine Entscheidung'. Meine Erfahrung ist, dass die wirklichen Impfskeptiker mit keinem Impfstoff glücklich zu machen sind. Die lehnen die Impfung ab. Mit ihnen einigen wir uns darauf, dass wir zu diskutieren aufhören." Immerhin gibt es für Menschen eindeutig auch noch andere wichtige Gesundheitsprobleme als Covid-19, mit denen sie zum Arzt kommen (sollten).

Trotzdem, so Thalhammer: "Wer sich nicht (gegen Covid-19, Anm.) impfen lässt, wird auf der Intensivstation enden und über die Pathologie nach Hause gehen. Das muss man, glaub' ich, klar aussprechen." [...] "