Eintrag Nr. 516

„Hausarzt will Corona-Impfgegner nicht mehr behandeln“

Ein Hausarzt aus Wallenhorst im Landkreis Osnabrück hat angekündigt, keine Patienten mehr zu behandeln, die eine Corona-Impfung verweigern. Die Ärztekammer untersucht jetzt den Fall.

Auslöser war offenbar eine Patientin, die - wohl aufgrund eines Kinderwunsches - Skepsis an einer Impfung gegen das Coronavirus äußerte. Ihr wollte der Arzt kein Rezept mehr ausstellen. Darüber hatte die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) zuerst berichtet. Im Gespräch mit dem NDR in Niedersachsen begründete der Arzt sein Verhalten mit dem Schutz seiner eigenen Mitarbeitenden, denn sie hätten jeden Tag mit den Patientinnen und Patienten zu tun. Gemeinsam mit seinem Team habe er daher beschlossen, keine Patientinnen und Patienten mehr zu behandeln, die eine Impfung ablehnen.

Ärztekammer prüft, ob Verweigerung rechtens ist

Laut der Ärztekammer in Niedersachsen ist dies ein bislang einmaliger Vorgang. Man wolle dort nun erst einmal nachforschen. Fragen werfe die Entscheidung des Hausarztes allerdings auf, sagte eine Sprecherin. So sei unklar, ob ein Arzt Impfgegnerinnen und -gegnern überhaupt die Behandlung verweigern darf. Grundsätzlich ist es einem Arzt allerdings erlaubt, ein Patientenverhältnis zu beenden - zum Beispiel, wenn das Vertrauensverhältnis zerrüttet ist. Ausnahmen sind Notfälle, die immer behandelt werden müssen. Auch der Arzt aus Wallenhorst räumt ein: Notfälle hätten bei ihm immer einen Platz und auch ein wirklich dringendes Rezept werde er niemandem verweigern.

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