Eintrag Nr. 1357

„Es soll erlaubt werden Veranstaltungen für Geimpfte und Genesene ohne Abstandsregeln und zahlenmäßige Begrenzung stattfinden zu lassen.“

„ [...] Im Rahmen der Diskussion rund um die Impflicht fordert BDKV-Präsident Jens Michow eine Bevorzugung von Geimpften und Genesenen bei Konzerten. Diese müssten wirtschaftlich durchgeführt werden können, betont der Jurist in einem aktuellen Interview mit Deutschlandfunk vom 26. Juli.  [...]

Der Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) Jens Michow spricht sich nun in einem aktuellen Interview klar für eine Bevorzugung von Geimpften und Genesenen bei Konzerten aus. Konzerte müssten wirtschaftlich durchgeführt werden können, betont der Jurist am 26. Juli gegenüber Deutschlandfunk.

Um zum normalen Leben zurückzukehren, müsse man wenigstens denjenigen, die das Impfangebot des Staates annehmen, die Möglichkeit geben, Veranstaltungen wie Konzerte in Zukunft wieder ohne Abstandsregelungen zu nutzen.

Die Politik müsse deswegen regeln, dass Veranstaltungen für Geimpfte und Genesene stattfinden können, fordert Michow. Schließlich, so der 70-jährige, könnten nicht auf alle Zeiten wegen Impfverweigerern Restriktionen hingenommen werden.

Der Jurist hält es zudem rechtlich für machbar, dass Veranstaltende sich auf ihr Hausrecht berufen und den Zutritt zu einer Veranstaltung abhängig vom Impfstatus machen, sofern es "von den Ländern erlaubt ist, dass Veranstaltungen mit Geimpften durchgeführt werden dürfen.“

Kritik an Nena

Deutliche Worte findet der Präsident des BDKV auch für Sängerin Nena, die bei einem Open-Air-Konzert am 25. Juli in Berlin ihre Fans ermutigt hatte, die Hygieneregeln zu ignorieren. Gegenüber dem Deutschlandfunk ärgerte sich Michow über ihr Verhalten und gab an, die Aktion sei schädlich für den gesamten Kulturbetrieb:

"Nena sollte sich im Klaren darüber sein, dass sie ihrer Branche einen Bärendienst erwiesen hat mit solchen Bemerkungen: Weil man, glaube ich, nichts Destruktiveres tun kann, als sich auf eine Bühne zu stellen und die Leute dazu anzuhalten, im Zweifel sich nicht an Hygienevorschriften zu halten."

Klarstellung per Facebook

Einen Tag nach dem Interview äußerte sich Michow per Facebook, um klarzustellen, dass er keine allgemeine Impfpflicht fordere. Jede/r müsse für sich selbst entscheiden, ob sie/er geimpft werden wolle oder nicht.

Dies könne aber nicht dazu führen, dass "der zunehmend überwiegende Teil unsere Bevölkerung in Sippenhaft genommen wird." Er fordere, dass es erlaubt werden müsse, Veranstaltungen für Geimpfte und Genesene ohne Abstandsregeln und zahlenmäßige Begrenzung stattfinden zu lassen.

Ein Verzicht auf nicht Geimpfte nicht gewollt

Darüber hinaus erklärte Michow auch, dass Veranstalterinnen und Veranstalter nicht auf Nichtgeimpfte im Publikum verzichten wollen. Daher fordere die Branche seit Monaten, dass es ausreichen müsse, "wenn nicht geimpfte Veranstaltungsbesucher einen zeitnah vor der Veranstaltung durchgeführten negativen Schnelltest vorlegten".

Allerdings sei es in den letzten sechs Monaten nicht gelungen, diese Forderung durchzusetzen, "geschweige denn, zu erfahren, welches Wunder denn sonst noch geschehen muss, damit Veranstaltungen endlich wieder ohne Einschränkungen stattfinden dürfen." [...] "

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