Eintrag Nr. 1356

„Es ist eine moralische Pflicht, sich impfen zu lassen“

 „ Im Kampf gegen das Coronavirus fordert ein Philosoph, der sich mit der Frage der politischen Pflichten beschäftigt, die Einführung der 2G-Regel.

Der Zürcher Politphilosoph Francis Cheneval fordert die Einführung der 2G-Regel für grosse Teile des öffentlichen Lebens. «In der Situation, in der wir uns befinden, ist es eine moralische Pflicht, sich impfen zu lassen. Und es ist die moralische Pflicht des Bundesrats, für eine hohe Impfquote zu sorgen», sagt der Philosoph, der sich mit der Frage der politischen Pflichten beschäftigt, im Interview mit der «Sonntagszeitung». Das habe nichts mit Impfzwang zu tun. Als «faschistisch» sieht er die Methoden der Durchseuchung sowie aber auch die Zwangsimpfung an. «Für jede Impfung brauche es die freie Zustimmung des Patienten», so Cheneval.

Doch, was darf oder muss die Regierung für die Durchsetzung der Impfpflicht tun? Mit «restriktiven Massnahmen für impfbare Ungeimpfte und Privilegien für Geimpfte» soll laut Cheneval die Impfquote gesteigert werden. Solche Anreize als Angriff auf die Menschenwürde zu sehen, sei «sehr grober Unsinn».

Ist ein Lockdown für Ungeimpfte gerechtfertigt?

Wie sieht es aus mit einem Lockdown für Ungeimpfte? «Das scheitert wohl an der Umsetzbarkeit. Einkaufen und viele andere notwendige Erledigungen darf man niemandem verbieten», so der Philosoph. Daher sehe er auch Probleme bei der Kontrolle. 2G am Arbeitsplatz wäre für ihn angebracht, wenn eine ungeimpfte Person ihren Job nicht machen könne.

Sollte man Ungeimpfte auf Intensivstationen ablehnen, wenn die Plätze knapp sind? «Der Impfstatus darf keine Rolle mehr spielen, wenn es darum geht, jemandem das Leben zu retten. Dann ist es zu spät», ist der Philosoph überzeugt.

Bundesrat müsse stärker auftreten

In einer Krise müsse die Zentrale, also der Bundesrat, rasch handeln. Manche Kantone hätten zu wenig Ressourcen für die Krisenbewältigung und in einer Gesundheitskrise bräuchte es zentrale Kompetenzen. Der Bundesrat dürfe und müsse stärker auftreten, sagt der Politphilosoph. «Sicher ist, dass der Bundesrat nicht zögern darf, nur um internen Spannungen und unangenehmen Entscheidungen aus dem Weg zu gehen», so der Philosoph."

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