Eintrag Nr. 1354

„Wenn ich jemanden überzeugen kann, sich impfen zu lassen, dann mache ich das“

„Der Punkmusiker übt Kritik an der heimischen Corona-Politik. Auch als Wiener Bezirksrat nimmt sich der 35-Jährige kein Blatt vor den Mund

Im Sommer impfte er bei seinem Konzert, zuletzt forderte er "unpopuläre Maßnahmen" in Hinblick auf die Corona-Pandemie. Dominik Wlazny alias Marco Pogo ist Leadsänger der Punkrock-Band Turbobier, studierter Mediziner, Gründer der Bierpartei und jetzt Buchautor. 2022 möchte er sogar als Bundespräsident kandidieren. Die Videoversion dieses StandART-Gesprächs finden Sie hier.

STANDARD: Sie kritisieren die Corona-Politik in Österreich. Was hätten Sie denn anders gemacht?

Pogo: Offen und ehrlich kommuniziert und Entscheidungen getroffen, die Hand und Fuß haben. Anscheinend gab es in der Koalition derartige Grabenkämpfe, die es lange verunmöglicht haben, etwas fürs Volk zu tun. Das macht mich so grantig, da brauch ich gleich ein Bier.

STANDARD: Was für Entscheidungen wären das dann gewesen?

Pogo: Die Intensivstationen gehen ein unter dieser Last. Es hätte schon viel früher eine drastische Kontaktreduktion gebraucht. Jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, weil unsere Politiker es verschlafen haben, zeitgerecht gescheite Dinge zu machen. Ich bin auch als Geimpfter dafür, dass jetzt Ärztinnen und Krankenpfleger und all die, die unter einer massiven Belastung stehen, den Rücken frei bekommen. Wenn wir Experten-Warnungen als potenzielle Unwahrheit verteufeln, dann können wir uns alle eingraben. Das ist ein gesellschaftlicher Akt der Solidarität.

STANDARD: Im Sommer haben Sie beieinem Ihrer Konzerte Menschen im Publikum gegen Corona geimpft. Sehen Sie sich als Mann des Volkes?

Pogo: Nein, gar nicht. Impfen ist eigentlich nicht meine Aufgabe. Aber wenn ich jemanden überzeugen kann, sich impfen zu lassen, dann mache ich das. Ich hab auch an einer Polytechnischen Schule Impfaufklärung gemacht. Da war vorher keiner und hat mit den Jugendlichen geredet: Die haben einen Haufen Fragen. Warum muss ich dort sitzen? Dieses Schas-Corona-Teil ist ja nicht unerwartet über uns hereingebrochen. Es gibt genügend politische Entscheidungsträger, die sich darum kümmern müssten." [...]

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