Eintrag Nr. 1333

„Wir dürfen das Feld nicht den Lügen-Verbreitern überlassen.“

„ Hugo Portisch, Österreichs leider schon verstorbener genialer Geschichte-Erzähler, sagte den prägenden Satz: „Es gibt nichts Leichteres, als eine Lüge in die Welt zu setzen.“ Und es wird mit jedem Tag leichter, möchte man hinzufügen. Wir erleben das tagtäglich auf Social Media. Ehe eine in die Welt gesetzte Lüge widerlegt ist, hat sie sich in Windeseile tausendfach verbreitet und ist in die Gehirne der Menschen eingedrungen. Die Lüge funktioniert nahezu bei jedem Thema, sei es die Corona-Impfung, der Ukraine-Krieg oder die Migration. Bleiben wir bei der Corona-Impfung. Auch hier hat die Lüge den Sieg davongetragen. Mittlerweile wollen sich mehr als 40 Prozent der Österreicher nicht impfen lassen, obwohl jede seriöse Studie besagt, dass die Impfung auch gegen Omikron einen guten Schutz vor schwerer Erkrankung bietet. Aber was kann eine Studie gegen wahre Troll-Armeen der Impfgegner ausrichten? Wie kann die Wahrheit gegen die tausendfache Lüge bestehen?

Gut organisiert

Man muss den Hardcore-Impfgegnern gratulieren. Sie haben sich – nicht zuletzt durch die Demos – zu einer schlagkräftigen Truppe gemausert. Und diese Truppe ist gut organisiert. Es läuft immer nach dem gleichen Muster ab. Zunächst geben Rutter und Co. wöchentlich mehrmals via Telegram die Richtung vor, dann schlägt das Fußvolk zu, überzieht Social Media und Zeitungsforen mit Lügen und Halbwahrheiten. Gegenstimmen werden verbal niedergemetzelt: Schlaf weiter, Informier dich mal, Du hast null Ahnung. Das sind noch die harmloseren Angriffe. Meist werden Menschen, die gegen die verbreiteten Lügen anschreiben beschimpft und bedroht.

Rückzug der Vernunft

Dazu kommen die großen rechten Meinungsmacher wie Phrasenschwein Gerald Grosz, Verschwörungsintendant Ferdinand Wegscheider und Brachialpopulist Herbert Kickl. Sie legitimieren die Lüge gewissermaßen und machen sie salonfähig. Und weil die Troll-Armeen der Impfgegner mittlerweile den öffentlichen Diskurs dominieren, ziehen sich immer mehr Vernünftige zurück. Wer will sich schon im Dauerfeuer beschimpfen lassen? Zurück bleiben Foren, in denen fast nur noch Impfgegner ihren Müll absondern. Das Ziel ist klar: man möchte Andersdenkende mundtot machen, sie zum Schweigen bringen. Notfalls auch mit Gewaltandrohung, wie erst neulich bei einer Ärztin erfolgreich angewendet. Wir dürfen uns davon nicht einschüchtern lassen. Wir dürfen nicht klein beigeben, weil es mühsam ist und man permanent einen Shitstorm erntet. Wir dürfen das Feld nicht den Lügen-Verbreitern überlassen."

 

 

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