Eintrag Nr. 1157

„Der schizoide Persönlichkeitstyp ist vertreten“

"Das Interessante bei den Protestierenden ist, dass es eine sehr heterogene Gruppe ist: Da sind Querdenker*innen, Verschwörungsanhänger*innen, Impfgegner*innen, Esoteriker*innen und Rechtsextreme. Was sie eint, ist die Wut auf die aktuelle Politik, sie haben kein Verständnis für „die da oben”. Dazu kommen dann Individualismus und Egoismus. Diese Menschen werden wütend, sobald man sie in ihrer Freiheit einschränkt."

"Während der Pandemie hatten wir mit dem Präventionsparadox zu kämpfen, der Erfolg der Maßnahmen hat ihre Notwendigkeit infrage gestellt. Deswegen ist es so schwer, zu vermitteln, dass die Einschränkungen notwendig waren und sind. Die Protestteilnehmer sind aber auch aus persönlichen Gründen immun gegen Argumente: Wir finden dort Menschen, die ich jetzt mal als „libertäre Egoisten” bezeichne, die ihre eigene Freiheit über die Bedürfnisse anderer Menschen stellen. Unsere Daten zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Bereitschaft, an den Protesten gegen die Restriktionen teilzunehmen und Sozialdarwinismus gibt, also dem Gedanken, dass nur die Stärkeren ein Recht auf das Überleben haben."

"Wir stellen [...] fest, dass [es] bestimmte Persönlichkeitsmerkmale gibt, die bei den Protestierenden gehäuft auftreten. Dazu gehören auch Macchiavellismus, also ein hohes Misstrauen anderen Menschen und Institutionen und der Glaube, dass man angelogen wird und nichts von sich selbst preisgeben darf. [...] Narzissmus spielt ebenfalls eine Rolle [...]. Auch der schizotype Persönlichkeitsstil ist vertreten. Diese Menschen haben das Gefühl, dass andere manchmal ihre Gefühle spüren, auch wenn sie sich woanders aufhalten. Sie glauben an Gedankenübertragung und übernatürliche Kräfte. Das macht sie ebenfalls anfällig für Verschwörungserzählungen." 

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